Letzte Aktualisierung:
13. 05. 2012

 

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Viehmann, Dorothea

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Deutsche Märchenerzählerin

* 8.11.1755 Knallhütte bei Rengershausen, † 17.11.1815 Niederzwehren

 

Deutschland Sonderstempel 34225 Baunatal, 28. 3. 2004

 

Die Brüder Grimm sorgten dafür, dass Dorothea Viehmanns Märchenschatz nicht in Vergessenheit geriet.

Mädchenname: Dorothea Katharina Pierson.

Dorotheas Vater, Johann Pierson, war hugenottischer Abstammung, Mutter Martha stammte aus einer hessischen Gastwirtsfamilie. Den Eltern gehörte das bei Rengershausen gelegene Gasthaus mit Brauerei und Poststation „Zum Birkenbaum“, das die Kutscher wegen des Peitschenknallens auch „Knallhütte“ nannten. Von den durchreisenden Händlern schnappte Dorothea Pierson allerlei Geschichten auf.

Dorothea besuchte die Schule in Rengershausen und lernte dort auch Französisch. 1769 wurde sie in der Kirche von Kirchbauna konfirmiert. Die Piersons waren einfache Leute; durch den Verkauf von Obst und Gemüse auf dem Markt in Kassel verdiente Dorothea Pierson ein Zubrot. 1777 heiratete sie den Schneider Nikolaus Viehmann, mit dem sie sich in Niederzwehren niederließ; das Paar bekam fünf Töchter und einen Sohn. Als ihr Mann zu trinken begann, zog sie notgedrungen die Kinder mehr oder weniger allein auf.

1813 lernte Dorothea Viehmann in Kassel die Brüder Jacob (1785 – 1863) und Wilhelm (1786 – 1859) Grimm kennen. Die luden Dorothea Viehmann ein, sie mit Obst und Gemüse zu beliefern und dabei ein Stündchen zu opfern, um ihnen Märchen zu erzählen. Von den Märchen konnten die Brüder Grimm nicht genug bekommen; insgesamt lernten sie von der „Viehmännin“, wie sie auch liebevoll genannt wurde, etwa 80 Märchen und Märchenvarianten kennen. Die Grimms schrieben das Erzählte gleich mit – es brauchte praktisch nicht bearbeitet zu werden. Diese Märchen erschienen, fast wörtlich, 1815 im zweiten Teil der Grimmschen „Kinder- und Hausmärchen“; dazu gehörten so bekannte Märchen wie „Aschenputtel“ und „Die Bremer Stadtmusikanten“, aber auch „Die Gänsemagd“ oder „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“.

Dorothea Viehmann starb 60jährig nach einer schweren Erkrankung und wurde auf dem Friedhof in Niederzwehren beigesetzt.

Das einzige Porträt, das es von Dorothea Viehmann gibt, ist eine Radierung von Ludwig Emil Grimm (1790 – 1863, Bruder von Jacob und Wilhelm), die auch den Sonderstempel illustriert.

 

Briefmarken:

  • Deutschland Sonderstempel 34225 Baunatal, 28.3.2004

 

Quellen:

(Iris Ruhl 2008)