Suttner, Bertha von

Österreichische Pazifistin

* 9.6.1843 Prag, † 21.6.1914 Wien

 

suttner berth

 

Bertha von Suttner war die erste Frau, die den Friedensnobelpreis erhielt.

Bertha Sophie Felizitas Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau stammte aus adliger Familie; sie wurde von Hauslehrern erzogen, las viel und studierte Sprachen und Musik. Ihr Vater, Feldmarschall Franz Joseph Graf Kinsky, war vor ihrer Geburt gestorben.

Nachdem ihre Mutter das geerbte Vermögen verspielt hatte, war Bertha gezwungen, als Gouvernante zu arbeiten. Sie wurde Erzieherin bei der Familie von Suttner und verliebte sich in den Sohn des Hauses, Arthur Gundaccar von Suttner (1850 – 1902). 1874 wurde sie in Paris von dem wohlhabenden Geschäftsmann Alfred Nobel (1833 – 1896), dem Erfinder des Dynamits, als Gesellschafterin eingestellt.

1876 heiratete Bertha heimlich Arthur von Suttner; das Paar zog in den Kaukasus und kehrte erst 1885, nach der Aussöhnung mit der Familie, nach Europa zurück. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, begann Bertha zu schreiben: für die Wiener Zeitschrift Gartenlaube verfasste sie Liebesgeschichten.

Alfred Nobel hatte Bertha von Suttner mit der Friedensbewegung bekanntgemacht. Sie wurde zu einer der leidenschaftlichsten Pazifistinnen ihrer Zeit; auf ihre Anregung hin stiftete Nobel einen Friedenspreis. Ihr Antikriegsroman "Die Waffen nieder" wurde 1889 ein Riesenerfolg, und sie nutzte ihre Popularität für den Kampf gegen den Krieg. 1891 gründete sie die „Österreichische Gesellschaft der Friedensfreunde“ und gab die Friedenszeitschrift Die Waffen nieder!, später Friedenswarte heraus, für die sie ihre Glossen schrieb. Sie besuchte Friedenskongresse, so 1899 die Erste Friedenskonferenz in Den Haag, hielt flammende Reden und Vorträge und trat Friedensorganisationen bei. Im In- und Ausland warb sie für den Frieden, vielfach wurde sie allerdings auch als „Friedens-Bertha“ verspottet. 1902 starb ihr Mann, der sie immer unterstützt hatte. 1903 wurde sie Vizepräsidentin des Internationalen Friedensbüros in Bern.

Bertha von Suttners unermüdlicher Einsatz für den Frieden wurde 1905 mit der Verleihung des Friedensnobelpreises gewürdigt. 1909 veröffentlichte sie ihre Memoiren. Noch 1912, mit fast siebzig Jahren, reiste sie durch die USA. Sie starb nach einer Magenkrebserkrankung kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

(Iris Ruhl 2018)

Briefmarken:

  • Deutschland 1498 (1991), 2495 (2005); SSt. 99867 Gotha 4.11.2005, 39340 Haldensleben 28.8.2014
  • DDR 1050 (1964)
  • Österreich 1199 (1965), 2827 (2009); 1000-Schilling-Schein; 2-€-Münze
  • Schweden 1413 (1986)
  • Tschechische Republik 755 (2013)
  • Guinea 7684 (2010)
  • Guinea-Bissau 3694 (2008), 4257 (2009)
  • Nevis 2455 (2010)
  • Palau 2954 (2010)
  • Sierra Leone 2458 (1995)
  • St. Vincent Bl. 354 (1995)
  • Türkei 996 (1935)

 

Literatur/Quellen: