Über uns

Frau und Philatelie ist ein überregionaler philatelistischer Verein, der von Frauen für Frauen ins Leben gerufen wurde. Der Verein umfasst alle Altersklassen. Seine Mitglieder kommen aus den verschiedensten Berufen, sind Schülerinnen, Rentnerinnen oder Hausfrauen.

Wir Frauen haben uns in einem Verein zusammengefunden, weil unsere Art, Briefmarken zu sammeln, etwas anders ist als die der Männer. Wir werden deshalb gelegentlich belächelt, aber das ist für uns kein Grund, es anders zu halten. Viele von uns sind schon als Kinder oder Jugendliche - meist durch sammelnde Familienangehörige - an die Philatelie herangeführt worden. Infolge der späteren Belastung durch Beruf, Familie, Haushalt und Garten wird die Beschäftigung mit den Briefmarken aber häufig hintenangestellt. So begnügen sich viele Frauen über längere Zeit mit dem einfachen Horten von Marken. Erst wenn sie wieder mehr Zeit für sich haben - oft in einer späten Lebensphase - entsinnen sie sich ihrer früheren Interessen und beginnen, die gehorteten Schätze zu sichten und zu ergänzen.

 

Philatelie 2005

Einige unserer Mitglieder auf der Philatelia Köln am 24. September 2005.

 

Die Sammelgebiete unserer Mitglieder sind breit gefächert und zeugen von großem Interesse und Wissensdurst. Untereinander bestehen lebhafte Kontakte, die sich häufig zu mehr als reinen Tauschkontakten entwickelt haben. Es wird sehr viel Wert auf die Qualität des Miteinanders gelegt. Hierin spiegelt sich auch eine Einstellung zum Sammeln, die den Wertgedanken für nachrangig hält.

Philatelie ist für die meisten unserer Sammlerinnen Entspannung nach Beruf und Familie. Wir beschäftigen uns aber auch noch auf eine andere Art mit Briefmarken: Erlöse aus Aktionsverkäufen von Briefmarken werden zum Beispiel der Hilfsorganisation Medeor oder der Blindenheilung Bangladesch zugeführt.

Da wir über die ganze Bundesrepublik verteilt sind und sich einige Mitglieder sogar im Ausland befinden, ist der Tausch über Fehlliste der vornehmlichste Weg einer gemeinsamen Sammlertätigkeit. Dabei verlassen wir uns auf die Ehrlichkeit unserer Tauschpartnerinnen. Wir haben Vertrauen zueinander, und dieses Vertrauen ist bisher nie missbraucht worden. Ein Ziel des Vereins ist es, Treffen zu organisieren, um z. B. gemeinsam philatelistische Veranstaltungen zu besuchen oder um zu tauschen.

Ein weiteres Ziel des Vereins dient der Frauenforschung. Wir suchen ständig Biografien berühmter Frauen, die auf Briefmarken abgebildet sind.

Wie Sie sehen, unterscheidet sich die weibliche Philatelie von der männlichen Philatelie nur darin, dass wir Frauen eine etwas andere Art zu sammeln haben.

 

Frau und Philatelie wurde 20 Jahre jung

Am 20. September 1986 wurde Frau und Philatelie in Oldenburg ins Leben gerufen.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wurde unser Verein in den folgenden Jahren immer aktiver, und wir machten uns bemerkbar. Die Frauen im BDPh traten an die Öffentlichkeit, und so waren wir alle mit einem Frauen-Center auf der Internationalen Briefmarkenbörse 1994 in Essen vertreten. Unser Verein machte z. B. Vorschläge für Briefmarken zum Frauenthema bei dem entsprechenden Gremium.

In unserem Verein gab es unter den Neumitgliedern versierte Ausstellerinnen, die auf Rang 1 bis 3 und Offener Klasse zahlreiche edle Medaillen errangen. Auch einige Anfängerinnen probierten ihr Talent aus.

Durch die vielen, von uns initiierten Aktivitäten konnte man nicht mehr an uns Frauen und damit auch nicht an Frau und Philatelie vorbeisehen. Unser Verein wächst und gedeiht, ganz besonders durch die vielen aktiven Mitglieder. Aus diesem Grund wurden auch mehrere Mitglieder wegen besonderer Verdienste vom BDPh ausgezeichnet.

Jedoch pflegen wir nicht nur unser Hobby, sondern auch die Nächstenliebe: Für eine Reihe von Hilfswerken sind unsere Mitglieder tätig: Marianne Schlag z. B. erhielt für ihren sozialen Einsatz eine hohe Staatsehrung, die übrigens auch von uns angeregt wurde. Von zahlreichen Mitgliedern und deren Ehemännern gehen Spenden für die Jugend bei uns ein, die an den Landesverband oder die Jugend direkt weitergeleitet werden.

Unser ältestes Mitglied trat mit 88 Jahren unserem Verein bei. Sie wurde zum Ehrenmitglied ernannt, weil sie für uns alle Vorbildfunktion hat, indem sie auch im hohen Alter geistig fit einem spannenden Hobby nachkommt.

Im Oktober 2001 wurde Helma Janssen als erste Frau nach über 50 Jahren in den Vorstand des BDPh gewählt. Diese Wahl wird langfristig gesehen Signalwirkung auf die gesamte Philatelie haben. Sie darf aber kein Einzelfall bleiben.

Nun wurde Frau und Philatelie 20 Jahre jung! Aber so richtig ernst nimmt man uns bis heute nicht. Das muss anders werden. Einige Zeit arbeiteten wir im Verborgenen. Alle Sammlerfreundinnen waren weiterhin rege und tätig.

Personalisierte Marke Nederland 2004Roswitha Apelt macht sich stark in der Hospizarbeit, Herta Lange trat, mit Buch und Ausstellungskatalog über ihr Sammelgebiet, an eine breite Öffentlichkeit, Ursula Mitterhuber, Eva Rolniczak und Hannelore Schult konnten Erfolge in Ausstellungen erringen und vieles mehr. Irgendwann wurde es Zeit, uns wieder zu melden. 2004 wurden wir zu einer Pressekonferenz nach Köln eingeladen. Es ging um die Philatelia 2005, an der wir teilnehmen wollten und teilnahmen. Ein Jahr Planung und Vorbereitung folgten. In den Niederlanden ließen wir uns eine eigene personalisierte Marke herstellen. Wir warben mit Flyern, die ein Mitglied entwarf und durch den Briefmarken-Spiegel erstellt wurden. Teilsponsoring übernahm die Leitung der Köln-Messe, der Rest kam von uns. Unsere Dr. Iris Ruhl werkelte fleißig an unserem Frauenbuch, was fast zwei Jahre dauerte und ihr super gelungen ist. Dafür wurde sie in Köln mit einer BDPh-Auszeichnung geehrt.

Die Messe wurde für uns ein großer Erfolg. Wir nutzten sie gleichzeitig für ein Vereinstreffen, an dem unerwartet viele Mitglieder teilnahmen.

Nach der Messe halfen wir erfolgreich nichtphilatelistischen Sammlerfreunden bei der Präsentation ihrer großen Ausstellung Polizei in Deutschland. Es handelt sich um einen historischen Waffensammlerverein und einer Patronensammlervereinigung. Sogar zwei japanische Redakteure waren zu dieser Ausstellung angereist. Diese Ausstellung soll sich auf unser Betreiben hin im nächsten Jahr auf der Philatelia in Köln vorstellen.

Ebenfalls meldeten sich ein holländisches Presseorgan und die Presseabteilung der holländischen Post, um über uns zu berichten.

Mitte 2005 suchten die Landesverbands-Nachrichten einen neuen Redakteur, da der vorherige Redakteur, Herr Perleberg, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen musste. Kommissarisch übernahm Herr Maahz, bis sich ein neuer Redakteur fand. Unsere Vorsitzende fragte bei Anne-Marit Kurtz an, da der Landesverband jemanden suchte, der mit Computertechnik umgehen kann und in der Region wohnt. Ende 2005 erklärte sich Anne-Marit bereit, die Redaktion zu übernehmen. Das erste Heft von ihr erschien als Dezember-Ausgabe, welches sehr gut gelungen ist. Pünktlich zum Frauentag 2006 erschien die März-Ausgabe mit vielen Beiträgen rund um die Frau und um Frau und Philatelie. Auch hier gelang es uns als erstem Landesverband, dass eine Frau die Redaktion der Landesverbands-Nachrichten eigenverantwortlich übernahm.

Rückblickend waren es 20 erfolgreiche Jahre mit tollen Sammlerfreundinnen und Freunden. Der Vorstand und die Mitglieder wünschen dem “Geburtstagskind” noch viele erfolgreiche Jahre.

 

Christine van Ratingen, 1. Vorsitzende