Letzte Aktualisierung:
13. 05. 2012

 

Top 150 Briefmarken

 

„Werden nicht ernst genommen"

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Frauen und Briefmarken – passt das überhaupt zusammen? Und wie! Der Verein „Frau und Philatelie" demonstriert eindrucksvoll, dass Briefmarkensammeln kein Privileg der Männer sein darf. „Männer nehmen uns nicht ernst", klagt Christine van Ratingen, die Vorsitzende der rührigen Gemeinschaft von weltweit mehr als 60 Sammlerinnen. In ihrer Stimme schwingt Ärger mit, vielleicht sogar ein bisschen Wut – aber keinesfalls Resignation. Durch offensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (demnächst ist der Verein wahrscheinlich sogar im Fernsehen zu sehen) wollen van Ratingen und ihre Mitstreiterinnen einem breiten Publikum zeigen, dass Frauen – so sie denn Briefmarken sammeln – längst nicht nur auf die viel zitierten Blümchen- und Tierchenmotive beschränkt sind. „Wir sammeln ebenso ernsthaft wie unsere männlichen Sammlerfreunde – vielleicht mit einem Unterschied: Bei uns steht die Begeisterung am Hobby eindeutig im Vordergrund", betont van Ratingen.

 

Die Mitglieder von „Frau und PhilatelieSeit fast 20 Jahren ist „Frau und Philatelie" aktiv; zuletzt präsentierten sich einige Mitglieder des im BDPh organisierten Vereins auf der Philatelia in Köln. „Umso bedauerlicher, dass die Funktionäre des BDPh nicht mal zu uns an den Stand kommen", findet die Vorsitzende, die gemeinsam mit den anderen Damen trotzdem einiges erreicht hat: Mit Helma Janssen hat es beispielsweise eine der ihren in den Vorstand des BDPh geschafft; Anne-Marit Kurtz aus dem ostfriesischen Aurich betreut neuerdings ein Landesverbands-Blatt redaktionell – verantwortlich, wohlgemerkt.

Dr. Iris Ruht (r.) wurde auf der Philatelie in Köln für ihr aktuelles Projekt von Christine van Ratingen (l.) geehrt.Und so gibt es durchaus Lichtblicke für die Damen, die auf Verbandsebene „praktisch keine Lobby" haben. Bei jüngeren Sammlern des anderen Geschlechts würden sie etwa wesentlich schneller akzeptiert und respektiert. Dass die Mitglieder von „Frau und Philatelie" durchaus Großes leisten, bewies in Köln zum Beispiel Dr. Iris Ruhl, die in zweijähriger Arbeit 160 Frauen porträtierte, die auf deutschsprachigen Briefmarken abgebildet sind. Dafür gab's eine Ehrung.

Für die Zukunft hoffen die Mitglieder von „Frau und Philatelie" auf weiteren Zuwachs, denn jedes Mitglied mehr dürfte auch die Akzeptanz der Gemeinschaft erhöhen. Die Altersstruktur ist übrigens bunt gemischt – anders als bei manchem „Männer-Verein". Bemerkenswert auch, dass das älteste Mitglied (heute 94) erst mit 88 Jahren beigetreten ist.

Wer sich für den Verein und/oder eine Mitgliedschaft interessiert, findet alle nötigen Informationen im Internet unter www.frau-und-philatelie.de
Kontakt zur Vorsitzenden: Christine van Ratingen, Josef-Steinbüchel-Str. 50, 41749 Viersen

(Briefmarken-Spiegel 01/2006)