Letzte Aktualisierung:
19. 02. 2012

 

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Frauensache

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Es gibt ihn also doch. In Deutschland besteht seit mehr als 25 Jahren ein philatelistischer Verein, in dem ausschließlich Frauen das Sagen haben. Der simple, aber programmatische Name des Vereinsunikats: „Frau und Philatelie".

 

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Die Jubiläumsvignette, gestaltet von der Leipziger Briefmarkenentwerferin und Grafikerin Grit Fiedler

 

„Sie sind weiblich? Sie sammeln Briefmarken? Sie haben wenig Zeit wegen Familie und Beruf? Sie entspannen sich beim Hobby Briefmarkensammeln? Auch Sie können Ihre Sammlerlücken schlecht füllen?" – Mit diesen Fragen wirbt der Verein „Frau und Philatelie" auf seiner Homepage um neue Mitglieder. Höchst erfolgreich, denn immerhin konnte man im Herbst des vergangenen Jahres bereits das 25-jährige Bestandsjubiläum feiern. Christine van Ratingen, die engagierte Vorsitzende des Vereins, hält die Emanzipation seit einem Vierteljahrhundert hoch: „Wir sind zu meiner großen Freude sehr gut vernetzt. Wir haben Kontakte in ganz Europa, in Übersee und sogar in Australien."

Apropos Internationalität: Im September 2011 fand in Villach unter dem vielsagenden Titel „Abgestempelt" ein interessanter und bestens besuchter Damensalon mit Kunstausstellung und Briefmarkenwettbewerb statt, an dem auch die Runde von „Frau und Philatelie" mit großem Erfolg teilnahm. „Kunst und Briefmarken", so Christine van Ratingen, „ist eine ewig erfrischende Kombination." Oberste Priorität haben hier jedoch die Kontakte – Männer sollten sich jetzt vor der Aussage „Typisch Frau" hüten ... – ganz gleich ob persönlich, schriftlich, telefonisch oder per E-Mail; dies ist in der männlich dominierten Sammlerwelt freilich auch von ganz besonderer Bedeutung. Als der Verein am 20. September 1986 in Oldenburg gegründet wurde, gab es da und dort schmunzelnde Reaktionen, heute ist „Frau und Philatelie" indes ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil im vielfältigen deutschen Vereinsleben und wirbt auf weiblich charmante Weise für das Hobby Briefmarkensammeln. Dem nimmermüden Einsatz von Christine van Ratingen, inzwischen Trägerin der Vermeil-Verdienstnadel des BDPh, und ihrer bunten Damenrunde ist es letztlich zu verdanken, dass auch außerhalb der Fachmedien immer wieder über „den etwas anderen Verein" und damit über die Philatelie berichtet wird. Ganz nach dem Motto „Selbst ist die Frau".

Weitere Informationen finden Sie auf der übersichtlich gestalteten Homepage des Vereins, www.frau-und-philatelie.de.

Übrigens: Interessentinnen sind jederzeit willkommen!

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Die Damenrunde von „Frau und Philatelie" bei der Feier ihres 25-jährigen Bestandsjubiläums in Markkleeberg (Sachsen)      (Fotos: z.V.g.)

 

(Quelle: Die Briefmarke 1/2012 [Organ des VÖPh])