Ablösen von französischen selbstklebenden Briefmarken
Das Ablösen gebrauchter selbstklebender Marken von ihrem jeweiligen Trägerpapier ist nicht immer einfach. Manche Postunternehmen verwenden wasserlöslichen Gummi, andere nicht. Zu den letztgenannten gehört eindeutig die französische Post, deren Selbstklebemarken im Wasserbad auch durch sehr lange Behandlung zwar vielleicht auf- aber bestimmt nicht ablösbar sind.
Experimente der Michel Redaktion haben ergeben, dass von den verschiedenen Mitteln zum Ablösen französischer Marken nur eines wirklich funktioniert: Scharlachwasser. Bei diesem Eau écarlate handelt es sich um einen chemischen Fleckentferner, der in Frankreich in Drogerien und Supermärkten problemlos zu bekommen ist. In der gewünschten Wirkung exakt entsprechende deutsche Produktion sind uns leider nicht bekannt.
Die Anwendung ist einfach: Man gebe wenig Scharlachwasser (das völlig farblos ist) in ein Schälchen und lege die Marken samt kurzgeschnittener Unterlage hinein. Das Papier wird nahezu augenblicklich hart und steif. In diesem Zustand lässt sich die Marke vom Trägerpapier im allgemeinen problemlos trennen und beiseite legen. Schwierigkeiten gibt es nach unseren Erfahrungen höchstens bei Stücken, die auf rauem, weichem Packpapier haften. Einmal abgelöst lassen sich die Marken mit einem in Scharlachwasser getauchten Tuch rasch von den rückseitig noch anhaftenden Gummiresten trennen. Es empfiehlt sich, mit dem Einsortieren ein wenig zu warten, um verbliebene Spuren der Chemikalie verdunsten zu lassen. Wer will, kann die Marken auch kurz wässern.
Eau écarlate ist ein leicht flüssiges und gemäß Etikett nicht sonderlich bekömmliches Produkt. Deshalb sollte man an einem gut belüfteten Arbeitsplatz zügig damit arbeiten und Reste sofort wieder in die Flasche zurückgießen. Schäden an den damit abgelösten Marken konnten wir bislang nicht feststellen; Langzeitversuche gibt es aber naturgemäß noch nicht.
(Quelle: Michel Redaktion)


